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Ergonomiestudie 2022 / Foto: Luisa Tschumi und Leonie Roth, FHNW

Der öffentliche Raum ist nach wie vor von einer patriarchalen Gesellschaft geprägt. Dies hat zur Folge, dass zu wenig auf universelle Bedürfnisse eingegangen wird. Das herkömmliche Design von Toiletten und Urinalen ist ergonomisch nicht an Menschen mit Vulva angepasst und erschwert die Nutzung von öffentlichen Sanitäranlagen. Urinale überzeugen durch das simple Design, welches schnelles und vor allem kontaktloses Urinieren ermöglicht. Sie sparen eine grosse Menge an Wasser ein und ermöglichen eine Nährstoffrückgewinnung durch die separierte Sammlung des Urins.

 

Ideenskizzen 2022 / Leonie Roth und Luisa Tschumi, FHNW

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urin*all Kabine 2022 / Rendering: Leonie Roth, FHNW

Benutzung urin*all 2022 / links: Position für Menschen mit Vulva, rechts: Position für Menschen mit Penis / Foto: Luisa Tschumi und Leonie Roth, FHNW

urin*all ist ein wasserloses all-gender Urinal, welches eine kontaktlose Nutzung unabhängig des Genitals bietet. Nach dem Prinzip «Form Follows Function» wurde dieser Entwurf in Höhe, Winkel und Form an die Bedürfnisse und Ergonomie der Nutzenden angepasst. Der vordere Teil bietet kontaktloses Urinieren für Menschen mit Vulva; für Menschen mit Penis ist der hintere Bereich vorgesehen, welcher sich an herkömmlichen Männer-Urinalen orientiert.

 

urin*all funktioniert dank einer glatten Keramikoberfläche wasserlos; gebrauchtes Toilettenpapier wird in einem separaten Mülleimer entsorgt. Damit wird nicht nur kostbares Wasser eingespart, die separierte Sammlung des Urins ermöglicht die Rückgewinnung der endlichen Rohstoffe Phosphor, Stickstoff und Kalium, grundlegende Nährstoffe für das Pflanzenwachstum. Zudem weist urin*all eine deutlich geringere Pflege- und Wartungsintensität gegenüber Urinalen mit Wasserspülung auf.

urin*all ist als Ergänzung und nicht als Ersatz der bestehenden sanitären Anlagen zu verstehen. Dieses Projekt regt gesellschaftspolitische Diskussionen an, leistet einen erheblichen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter und hilft dabei Ressourcen einzusparen.

 

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